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Werkzeuge

Vernetzte Systeme

Die übergeordneten Werkzeuge auf Dischba sind vernetzte  Computersysteme (Intra- und Internet), die einen nutzbringenden Arbeitsfluss (siehe Workflow bei Methoden) erbringen. Im Kontext von Dischba ist dieser Bereich eines der „kleinen v“ – verlässlich – . Denn alle Anstrengungen im Bildungsalltag mit den IuK-Medien haben nur einen verschwindend geringen Wirkungsgrad, wenn die Technik nicht funktioniert.

Anwendersoftware als Arbeitswerkzeuge

Für Dischba wird primär Anwendersoftware benötigt, die es ermöglicht, Unterrichtsmaterialien auf  der digitalen Oberfläche zu verarbeiten. Text-, Grafik-, Ton- und Filmverarbeitungssoftware sowie Präsentationssoftware stellen dabei die zentralen Werkzeuge dar. In der Berufswelt haben sich zu diesem Zweck Office-Software als Standard entwickelt, die allerdings nicht didaktische reduziert sind und für typische Unterrichtssituationen nur eingeschränkt sinnvolle Werkzeuge aufweisen.

Bei Dischba wird der Begriff Standardsoftware deshalb nicht direkt auf Office-Programme bezogen, sondern  auf die Art der Gestaltung der Oberfläche (Aufteilung, Symbole, Farben usw.) mit den dazugehörigen Arbeitswerkzeugen zur Medienerschließung (Umgang mit Objekten, Dateien, Verzeichnissen). Da sich für den Unterricht noch keine didaktisch angemessene Software auf dem Markt als Standard etabliert hat, sind hier dafür Kriterien entwickelt.

Der Unterschied zwischen „Standard-Office-Software“ und – um im Sprachbild zu bleiben – „Standard-School-Software“ soll deutlich gemacht werden. Insbesondere sollen aber Sichtungskriterien an die Hand gegeben werden, um Arbeitswerkzeuge für den Unterricht auf dem Markt auswählen zu können.

Damit verbindliche Unterrichtsprozesse mit IuK-Medien aufgebaut werden können, werden insbesondere in der Primar- und Sekundarstufe 1 zwar mit der Berufswelt verwandte Software benötigt. Sie muss aber den Arbeitsformen und -inhalten spezifisch angepasst sein.

Kriterien für Schul-Software (bzw. Dischba-Software)

Die in einer Mindmap dargestellten Kriterien setzen nicht primär auf einer technischen Ebene an, sodass Betriebssicherheit und Kompatibilität (verlässlich) keine Erwähnung finden. Dieses wird vorausgesetzt und gewöhnlich im Internet auch schnell bewertet. Bei den hier zusammengestellten Kriterien werden spezifische Anforderungen für  die Schule in den Mittelpunkt gestellt.

Erläuterung zu den Bereichen

Bildungsstandards / Kerncurricula: Gemäß der Bildungsstandards und der Kerncurricula muss Dischba-Software ermöglichen, mit Medien so zu arbeiten und zu lernen. Es muss Ziel sein, dass handlungs- und produktionsorientiert sowie mehrperspektivisch mit Medien umgegangen werden kann. Der Name der Konzeption „Die digitale Schulbank“ weist letztendlich ja genau auf diese Anforderungen an die Arbeitumgebung hin.

Didaktische Reduktion: Die Vereinfachung von Inhalten, Methoden und Werkzeugen in der Schule ist in weiten Bereichen der Schule selbstverständlich geworden. Bei der rasanten Entwicklung digitaler Medien werden diese Vereinfachungen häufig außer Acht gelassen.  Symptomatisch dafür ist der zurzeit selbstverständliche Einzug von Office-Software in den Primarbereich. „Standard-School-Software“ darf nicht nach dem Verbreitungsgrad in der Wirtschaft in den Unterricht gelangen.  Sie muss angemessen nach den etablierten Vorgaben aus der Wirtschaft reduziert und schulspezifisch zur Verfügung stehen.

Formate: Für den reibungslosen Transfer von Dateien (Inhalten) haben sich Formate entwickelt, die insbesondere über das Internet leicht ausgetauscht werden können. Dischba-Software muss an diesen Formaten anknüpfen können bzw. diese in die Oberfläche einbinden können. Dadurch können „Abbilder“ (Bild, Film, Ton, Text, Zahl) mit der Digitalen Schulbank verschränkt werden.

Support: Bei der sich rasant entwickelnden Anwendersoftware und auch der Betriebssysteme muss die Wartung und Fortentwicklung sichergestellt sein. Diese Sicherheit hängt sehr stark von der Lizenzform und der Marktmacht der Software ab und verläuft nach dem Prinzip der Selbstverstärkung. Je mehr Marktanteil errungen wurde, je sicherer ist das Fortbestehen. Je offener das Lizenzmanagement angelegt wurde, je wahrscheinlicher die (welt)weite Verbreitung über das Internet. Damit werden verlässliche Werkzeuge für den Unterricht sicher gestellt.

Verfügbarkeit: Ein ganz zentraler Faktor ist die universelle Verfügbarkeit einer Dischba-Software für die schulische und häusliche Arbeit. Bei den digitalen Medien mit den dazugehörigen Arbeitswerkzeugen muss anlog zur  Ausstattung  „Schulbuch-Arbeitsmappe-Federmappe“ auch auf Dischba eine vernetzte Arbeitsplattform auch z.B. zu Hause bereit stehen. Es erscheint unverantwortlich, dass im digitalen Bereich in unserem Bildungssystem eklatante Brüche im Arbeitsprozess Schule und zu Hause toleriert werden. Die optimale Lizenzform für eine unkomplizierte Verfügbarkeit solcher Anwendersoftware bieten Open-Source-Lizenzen. Damit diese Software auch verlässlichen Unterricht gewährleisten kann, muss die „Entwicklergemeinde“ im Internet dieser Software allerdings entsprechende Bedeutung beimessen.

Standardisierung: Beim intermedialen Umgang mit Informationen kann man nicht auf die gesamte Palette der Profiwerkzeuge zurückgreifen, sondern muss dazu eine Auswahl haben. Exemplarisch – eine Form der inhaltlichen Reduktion – muss die „School-Software“ ermöglichen, die verschiedenen Medienarten im Zusammenhang zu erschließen. Dabei ist es didaktisch nicht wünschenswert, mit Programmpaketen in mehreren Fenstern arbeiten zu müssen. Das Handling muss aber dennoch mit den Standards der Profiwerkzeuge verwandt sein.

Arbeitswerkzeuge auf Dischba

In der ersten Entwicklungsphase von Dischba stand Powerpoint (Microsoft) und dann auch Impress (Sun Microsystem) aus Office-Paketen im Mittelpunkt. Mit den Erfahrungen dieser Präsentationsprogramme im alltäglichen Unterricht entwickelten sich immer mehr Kriterien für die Anforderungen an Schule und Unterricht. Insbesondere die unbefriedigende didaktische Reduktion und fehlende Werkzeuge zur Erschließung von Inhalten stellte sich als problematisch dar. Auch die mangelhafte Verfügbarkeit bzw. Kompatibilität untereinander der Office-Software im Arbeitsprozess verhinderte häufig Unterricht. Darüber hinaus wurden schnell Engpässe bei der Bereitstellung von bezahlbaren digitalen Arbeitsmaterialien erkannt, was hier aber nur peripher Erwähnung findet.

Den bisher entwickelten Dischba-Software-Kriterien kommt zurzeit die Software SMART Notebook am meisten nahe. Dabei sind folgende wichtige Auswahlkriterien zu nennen:

  • Verfügbarkeit (obwohl es keine Open-Source-Lizenz ist)
  • Standardisierung der – und in einer  – Programmoberfläche
  • Offenheit für die Integration von Arbeitsmaterialien
  • Flexible Arbeitsoberfläche zur Medienerschließung
  • Anbindung an wichtige Formate

Dateiformat, welches  den Transfer der Inhalte erleichtert (ganze Arbeitsumgebung mit angehängten Dateien transportierbar)

Die Software hat  2006 den Comenius-EduMedia-Siegel erhalten, wobei aus der Sicht von Dischba bei der Würdigung die Stärken dieser Arbeitsumgebung nicht ausreichend herausgestellt wurden. 2008  erhielt die neues Version SMART Notebook 10 sogar den Worlddidac Award.

Die Software entspricht in weiten Bereichen den Standards der Office-Software, sodass ein großer Teil der Funktionen bzw. Werkzeuge direkt übertragbar ist (ähnliche Bedienoberfläche). Eine Präsentation aus SMART Notebook kann direkt in eine Powerpoint exportiert werden.  Es gibt darüber hinaus auch die umgekehrte Import-Funktion.

Exportfunktion
Mit dieser Exportfunktion kann sehr gut die Schulung mit Office-Software begonnen werden (vom Einfach zum Schweren). Der Verwandtschaftsgrad SMART Notebook und Powerpoint sind derartig augenfällig, dass schnelle Lernerfolge  beim Übergang gesichert sind. Auch die Textverarbeitung von SMART Notebook ist von ihrer Grundfunktionalität zum Einstieg mehr als ausreichend und entspricht den üblichen Standards.

Erweiterung der Anwenderkompetenzen vom Primarbereich zum Ende der Sekundarstufe 1

Ab der 3./4. Klasse aber auch in der 5./6. Klasse werden bei Dischba alle alltäglichen Arbeiten mit SMART Notebook abgewickelt, da in dieser Umgebung die unterrichtsspezifischen Anforderungen von handlungsorientiertem Unterricht am beste umzusetzen sind.

Spätesten ab der 7. Jahrgangsstufe sollten spezifische Anwendungen einer Office-Software ergänzt werden (z.B. Formatierung eines Briefes). Parallel ist es allerdings weiterhin sinnvoll SMART Notebook zu verwenden, da der Unterricht auf dieser Oberfläche nutzbringender ist.

OpenOffice stellt bei den Office-Paketen gegenüber MS Office eine echte Alternative dar, jedoch sollte man sich auf ein Paket verständigen. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Projekt OpenOffice für Kinder (OOo4Kids).

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